„Wir sind doch Freunde, André.“ Ein Satz, den ich im Business – besonders in der Medienbranche, aus der ich komme – oft gehört habe. Schnell ausgesprochen, freundlich und wertschätzend gemeint. Doch „auf meiner Landkarte“ selten zutreffend.
Denn für mich ist Freundschaft mehr als Nähe. Sie ist wertvoll. Tief. Und vor allem: selten.
Ich persönlich unterscheide sehr bewusst zwischen guten Geschäftspartnern, Wegbegleitern, Bekannten – und echten Freunden. Diese Unterscheidung ist für mich kein Zeichen von Distanz, sondern von Klarheit. Und genau diese Klarheit schafft Orientierung – für mich selbst und für die Menschen, mit denen ich arbeite.
Aber mir ist vollkommen klar: Jeder ist auf einer anderen Landkarte unterwegs. Jeder hat eine andere Definition von Freundschaft. Jeder ist anders. Und das ist ok.
In meiner beruflichen Laufbahn ist etwas sehr Besonderes passiert: bei vier Kunden hat sich die Geschäftsbeziehung im Laufe der Zeit zu einer echten Freundschaft entwickelt. Freundschaften, die bis heute halten – seit über 20, teilweise fast 25 Jahren. Sie sind gewachsen durch gemeinsame Krisen und Erfolge, ehrliche Gespräche, Reibung, Vertrauen und gegenseitigen Respekt. Und durch ganz viel Spaß!
Auf meiner Landkarte wird Freundschaft oft mit Nähe verwechselt: ein gemeinsames Projekt, ein gutes Gespräch oder ein Glas Wein am Abend. Für mich braucht Freundschaft Zeit. Beständigkeit. Und die Bereitschaft, auch jenseits von Nutzen und Rollen füreinander da zu sein.
Als Führungskraft oder jetzt als Coach habe ich die Verantwortung, Rollen klar zu halten, Entscheidungen treffen zu können und auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Zu viel Nähe kann genau das erschweren. Zu wenig Nähe wiederum verhindert Vertrauen. Freundschaft im Business funktioniert für mich nur dann, wenn diese Balance bewusst gelebt wird. Wenn beide Seiten Klarheit darüber haben, wann wir professionell handeln – und wann wir uns als Freunde begegnen. Dabei ist es nicht immer leicht, Grenzen zu definieren.
Meine Haltung ist deshalb klar:
Nicht jeder Mensch im Business muss mein Freund sein. Und nicht jede Nähe ist Freundschaft.
Aber dort, wo echte Freundschaften entstehen dürfen, können sie unglaublich wertvoll sein – menschlich wie unternehmerisch.
Das ist für mich Orientierung.
Und ein Stück Zuversicht.
Und Klarheit verbindet. Auf die richtige Weise.
Für Björn, Jan, Georgios, Wolfgang: Freue mich auf das nächste MIA-Konzert, den nächsten Dog-Walk, den nächsten Haselnuss-Schnaps zum Frühstück und den nächsten Spa-Tag am Tegernsee. Auf die Freundschaft!







